Konvent der Fachschaften
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15.06.2012 - Erfolg in der Exzellenzinitiative ist teuer erkauft

Soeben ist verkündet worden, welche Anträge aus der dritten Förderlinie der dritten Runde der Exzellenzinitiative bis Ende 2017 mit insgesamt 2,7 Mrd. Euro gefördert werden. Damit ist der seit 2005 laufende Wettbewerb der Universitäten um die Fördermittel des Bundes und der Länder endgültig vorbei. Auch die Ludwig-Maximilians-Universität wurde ein weiteres Mal für ihr Zukunftskonzept ausgezeichnet.

Grundsätzlich begrüßt die Studierendenvertretung der LMU eine gemeinsame Förderung der Hochschulen durch Bund und Land. Problematisch aber ist die Tatsache, dass in allen drei Förderlinien der Exzellenzinitiative der Fokus nur auf Einzelprojekte in der Forschung gerichtet ist. "Kleinere, nicht prestigeträchtige Forschungsprojekte gehen leer aus, zudem bleibt die Lehre in der Exzellenzinitiative unbeachtet.", sagt Michelle Klein, Geschäftsführerin der Studierendenvertretung, und weiter: "Einzelne Projekte für fünf Jahre zu finanzieren, schafft an den Hochschulen massive Probleme. Die Anschlussfinanzierung muss die Hochschule selbst leisten, da diese nicht von Bund und Ländern gewährleistet wird. So entsteht eine Lage, in der die Universität sich nicht nachhaltig entwickeln kann, sondern von Projektfinanzierung zu Projektfinanzierung hetzt."

Veronika Dorn, Geschäftsführerin der Studierendenvertretung, fügt hinzu: "Wir Studierenden haben keinerlei Vorteile durch die Exzellenzinitiative. Im Gegenteil hat die Lehre unter der Initiative teilweise gelitten: Für die grundständige Lehre gab es kein Geld und in einigen Bereichen der Universität wurden sogar Professuren gestrichen, um die Finanzierung der prestigeträchtigen Projekte zu gewährleisten. Die Betreuung der Studierenden hat sich daher verschlechtert. Wenn die Exzellenzinitiative endgültig ausläuft, kann sich dieses Phänomen noch verschlimmern, weil auch die Anschlussfinanzierung durch Abzüge aus der grundständigen Lehre getragen werden könnte. Außerdem werden gerade Spitzenforscher häufig von ihrer Lehrverpflichtung entbunden. Wie sollen wir Studierenden denn so exzellente Forschung lernen?"

Michelle Klein, Geschäftsführerin der Studierendenvertretung, abschließend: "Das Antragswesen in diesem Ausmaß schadet den Universitäten. Ressourcen, die in Lehre und Forschung dringend gebraucht werden, fließen in die Anträge. Es darf in den nächsten Jahren keine solchen Großwettbewerbe mehr geben, stattdessen müssen sich Bund und Länder darum bemühen, die Grundfinanzierung der Universitäten endlich wieder sicherzustellen. Auch die sehr einseitige Konzentration auf einige wenige Forschungsbereiche muss aufhören, das Profil der gesamten Universität und vor allem die Lehre muss wieder in den Vordergrund rücken - damit nicht nur exzellentes Forschen sondern auch exzellentes Studieren möglich ist."