Konvent der Fachschaften
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Veranstaltungsreihe Klasse+

Anmeldung

  • Um an den verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen zu können, ist eine kurze Anmeldung per E-Mail erforderlich.
  • Bitte schickt dazu eine Mail an anti-klassismus@stuve.uni-muenchen.de um den Zoom-Link zu erhalten.

Programm:

Anstehende Veranstaltungen:

Mittwoch, 25. Mai 2022 um 18:00 Uhr via Zoom.

Klasse+ Imperiale Lebensweise

mit Prof. Dr. Markus Wissen

Wenn man sich bewusst macht, in welchem Maße sich der „Globale Norden“ nach wie vor an den ökologischen und sozialen Ressourcen des Globalen Südens bedient, rücken die Begriffe »Globaler Kapitalismus« und »Imperialismus« wieder näher zusammen. Die Muster von Produktion und Konsum erfordern einen übermäßigen Zugriff auf Ressourcen, Arbeitskraft und biologische Senken der restlichen Welt. Mit anderen Worten: Die Ausbeutung von Mensch und Natur hält nach wie vor an - und nimmt weiter an Fahrt auf.
In diesem Teil von Klasse+ soll ein Blick auf globale Klassenverhältnisse, Konsum und Produktion von Lebensstandards und die ökologische Katastrophe geworfen werden, die damit zusammenhängt. Angeknüpft wird dabei an das Konzept "Imperiale Lebensweise", das von Prof. Dr. Markus Wissen zusammen mit Prof. Dr. Ulrich Brand im gleichnamigen Buch ausgearbeitet wurde.

Literatur: Ulrich Brand, Markus Wissen (2017) - Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus. Erschienen bei oekom

Vergangene Veranstaltungen dieser Reihe:

Montag, 09. Mai um 18:00 Uhr via Zoom

Klasse+ Polizei

mit Simin Jawabreh

Die Polizei gehört mit zu den selbstverständlichsten Institutionen der Gesellschaft.
Doch Woher kommt diese Institution eigentlich? Was erfüllte sie historisch für Aufgaben? in welchen Zusammenhang steht sie mit Kolonialismus und was war und ist ihre Rolle in der Klassengesellschaft?
Diesen historischen Fragen, sowie aktuellen Debatten, wie die Frage nach institutionellen Rassismus und der Rolle der Polizei bei der klassistischen Verdrängung von Obdachlosen und suchtkranken Menschen aus dem öffentlichen Raum, wollen wir uns in dieser Veranstaltung wissenschaftlich nähern.

Simin Jawabreh ist Politikwissenschaftlerin, Referentin für politische Bildung und Aktivistin. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sie sich mit Fragen zur Produktivmacht der Polizei im städtischen Raum, Rassismus, Dekolonialismus und Intersektionalität.

Montag, 28. März um 18:00 Uhr via Zoom

Klasse+ Jobcenter

mit Dr. Bettina Grimmer

Die ›Aktivierung‹ von Arbeitslosen ist das vorrangige Ziel des deutschen Jobcenter-Systems. In einer ethnographischen Studie geht Bettina Grimmer dem Prozess der Arbeitsvermittlung auf den Grund und zeigt, dass die Gespräche zwischen den Vermittlern und ihren Klienten eine erstaunliche Eigenlogik besitzen, die sich weder mit der Logik der Gesetze noch mit den subjektiven Deutungen der Teilnehmenden vollständig deckt. Das Ziel ist nämlich weniger die Aktivierung der Klienten als vielmehr die interaktive Herstellung von Folgsamkeit: Durch symbolische Gewalt werden die Klienten der symbolischen Ordnung des Jobcenters unterworfen. Das Jobcenter erscheint in diesem Licht als - wenn auch unvollendetes - neoliberales Projekt.

Literatur: Bettina Grimmer (2018) - Folgsamkeit herstellen: Eine Ethnographie der Arbeitsvermittlung im Jobcenter. Erschienen im Transcript Verlag.

Montag, 14. März um 18 Uhr via Zoom

Klasse+ Care

mit Prof. Dr. Gabriele Winker

Sorgearbeit ist ein lebensnotwendiges Fundament der Gesellschaft. Ohne die vielen Menschen, die sich tagtäglich um Kinder kümmern, unterstützungsbedürftige Angehörige pflegen oder Menschen in Not helfen, würde diese sofort zusammenbrechen. Gleichzeitig werden diejenigen, die diese Arbeit übernehmen, ebenso überbeansprucht wie die Ökosysteme und ihre Stoffkreisläufe, auf denen alles Leben beruht. Diese Probleme sind letztendlich in einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht lösbar.
Daher müssen wir profitorientiertes Wirtschaften radikal einschränken zugunsten einer Care-Ökonomie, die sich an gelingenden Sorgebeziehungen und der Belastbarkeit der Ökosysteme orientiert. Das Konzept der Care Revolution eröffnet den Weg in eine Gesellschaft, die von Sorge und Solidarität statt von Konkurrenz und Ausgrenzung geprägt ist.

Literatur: Gabriele Winker (2021) Solidarische Care-Ökonomie. Revolutionäre Realpolitik für Care und Klima. Erschienen im Transcript Verlag