
Die Studierendenvertretung setzt sich für eine ständige Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung des Studiums ein. Wissenschaftlicher Fortschritt, eine zunehmend internationale Hochschullandschaft und Studierende, die vermehrt mit unterschiedlichen Wissensvoraussetzungen und Erwartungen an die Universität kommen, sind als Herausforderungen zu bewältigen. Dabei sollte neben fachlicher Qualifikation insbesondere auch berücksichtigt werden, dass ehrenamtliches Engagement und der Einsatz für seine Mitmenschen ebenfalls wichtige Bausteine bei der Herausbildung einer selbstbewussten Persönlichkeit sind.
Unzufriedenheit mit einzelnen Aspekten seines Studiums hat wohl jeder Studierende bereits erfahren. Viele Aussagen aus einer Umfrage der StuVe zeigen aber auch, dass Studierende zahlreiche Ideen zur Verbesserung haben. Ein System zur Qualitätsentwicklung muss die Anregungen der Studierenden aufgreifen.
Eine kontinuierlichen Weiterentwicklung der Studienangebote muss selbstverständlich werden. Die folgenden Anregungen sollen dazu beitragen.
Für erfolgreiches Lernen ist ein regelmäßiger Austausch über angestrebte Lernziele und eingesetzte Methoden in den einzelnen Modulen hilfreich. So können Probleme erkannt und entschärft werden. Ebenso lassen sich Unstimmigkeiten im Studiengang leichter ausbessern, wenn Studierende in regelmäßigen Gesprächsrunden aufgefordert sind, Mängel zu benennen. Wir setzen uns daher für Gesprächsrunden auf allen Ebenen der Universität zum Thema gutes Studium ein. So herrscht ein Klima der selbstverständlichen und kontinuierlichen Weiterentwicklung der Studienangebote.
Die Empfehlung des Ausschuss für Studium und Lehre sollte befolgt werden:
"Einrichtung von Studiengangskommissionen, wobei Vertreterinnen oder Vertreter der Studierenden des jeweiligen Studiengangs beteiligt werden. Die Kommission ist bei Änderungen von bestehenden Studiengängen oder Einführung neuer Studien- und Prüfungsordnungen einzuberufen oder zu bilden. Die Ergebnisse der Studiengangskommission werden dem Fakultätsrat als Empfehlungen vorgelegt." Wir halten Studiengangskommissionen für nötig, damit auch Studierende bei Neuerungen mitentscheiden und eigene Anregungen vorbringen können.
Dozierende und TutorInnen könnten sich in regelmäßigen Abständen in kleinen Runden treffen, um sich über ihre Erfahrungen und Probleme in der Lehre auszutauschen. So kann Erfahrung an junge Dozierende und TutorInnen weitergegeben werden. Ergebnisse dieser Runden werden künftigen Lehrenden in einem FAQ zusammengestellt.
Lehrevaluationen, Studiengangsevaluationen und Absolventenbefragungen sind für die Studierendenvertretung geeignete Mittel, um Stärken und Schwächen im Angebot der Universität aufzuzeigen und zu beheben. Dies muss aber Teil einer umfassenden Feedbackkultur sein, in der konstruktive Kritik von allen Seiten wertgeschätzt wird.
Lehrevaluationen geben den Dozierenden Rückmeldung zu ihrer Lehrleistung, können Defizite aufzeigen und Verbesserungspotentiale identifizieren. Eine Befragung des Lehrenden sowie Hospitationen durch Hochschuldidaktiker können die Lehrevaluation ergänzen. Je nach Ergebnis der Evaluation werden dem einzelnen Dozierenden Kurse zu Weiterentwicklung seiner didaktischen Fähigkeiten empfohlen. Die Evaluationsergebnisse aller Lehrveranstaltungen werden hochschulweit in elektronischer Form veröffentlicht und mit den Studierenden aus der Lehrveranstaltung besprochen.
Mithilfe von Evaluationen des gesamten Studiengangs lassen sich Missstände bei der Abstimmung der Veranstaltungsinhalte finden. In überfrachteten Studiengängen lässt sich anhand einer Erhebung des Workloads ein vom Arbeitsaufwand her ausgeglichener Studiengang gestalten. Absolventenbefragungen zeigen auf, welche zusätzlichen Qualifikationen sich Absolventen von ihrer Alma Mater gewünscht hätten.
Die Akkreditierung ist seit der Bologna-Reform für alle Studiengänge vorgeschrieben. Akkreditierungsagenturen überprüfen dabei, ob vom Akkreditierungsrat vorgegebene Mindeststandards erfüllt werden. Dies soll Studiengänge nicht vereinheitlichen, sondern Tranzparenz und Vergleichbarkeit der Studienangebote ermöglichen.
Die Studierendenvertretung fordert die Hochschulleitung auf, die Akkreditierung zügig zu realisieren. Sie hat sicher zu stellen, dass für alle betroffenen Studiengänge der vorgegebene Zeitrahmen eingehalten wird. Die Studierendenvertretung favorisiert Clusterakkreditierungen gegenüber Einzelakkreditierungen. Frühzeitig ist zu entscheiden, welche Fächer sinnvoll gemeinsam akkreditiert werden können. Die Hochschulleitung muss Klarheit in Sachen Finanzierung schaffen. Insbesondere ist die Situation kleiner Fächer zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang soll die Hochschulleitung gegenüber Land und Bund darauf drängen, dass zusätzliche Mittel für die externe Begutachtung bereit gestellt werden. Weiter fordern wir die Hochschulleitung auf, perspektivisch eine Systemakkreditierung zu prüfen. Gegebenenfalls lege sie Vorschläge für eine universitätsweite Qualitätsentwicklung vor.
(Beschluss des Konvents vom 10. November 2010)
Studierende bemerken schnell und unmittelbar die Mängel an ihrem Studium. Auch können sie aus der Lernendenperspektive Verbesserungsvorschläge formulieren. Bisher geht dieses Potenzial aber verloren, da Ansprechpartner nicht immer klar sind. Jeder Studierende und Dozierende soll in Zukunft wissen, an wen er sich bei Problemen und mit Ideen zur Verbesserung wenden kann. Vorgeschlagene Maßnahmen sollen zeitnah umgesetzt werden und öffentlich an die Studierenden kommuniziert werden. Wo dies nicht möglich ist, sollen dem Studierenden die Gründe mitgeteilt werden.
Klare Ansprechpartner werden zu verschiedenen Problemfeldern und auf den unterschiedlichen Ebenen der Universität benötigt. Zur weiteren Ausarbeitung sollen hier nur einige Beispiele genannt werden:
Studiendekane, Studiengangskoordinatoren, Dozierende, Studienberatung, Fachschaftsvertretungen, Dekane, Prüfungsämter, Hochschulleitung sowie auch eine universitätsweite Ombudsperson können als Ansprechpartner dienen. Dafür ist jedoch eine Benennung notwendig, wer für welche Art von Problemen zuständig ist. Dies sollte über fachspezifische Websites kommuniziert werden. Eine derartige Einladung zur Problembenennung motiviert Studierende und Dozierende Verbesserungsvorschläge einzubringen.
Über Auszeichnungen für bahnbrechende Forschungsergebnisse berichtet die Presse regelmäßig. Zu besonders gelungener Lehre hört man wenig. Hier zeigt sich, dass prestigeträchtige Forschung für viele Lehrende noch immer höher im Kurs steht als die Bildung wissenschaftlichen Nachwuchses in Lehrveranstaltungen.
Mit einem Preis für gute Lehre könnte die Universität innovative Lehrkonzepte würdigen. Gute Lehre wird so zu einem Gesprächsthema an der Hochschule. Besonders gelungene Lehrveranstaltungen erhalten Vorbildcharakter. Mit einem Lehrpreis zeigt die Uni, dass gute Lehre genauso auszeichnungswürdig ist wie gute Forschung.
Die Weitergabe der neuesten forschungsbasierten Erkenntnisse und die Vermittlung einer forschungsorientierten Arbeitsweise gehören zu den wichtigsten Aufgaben eines Hochschullehrers. Die Einheit von Forschung und Lehre ist fundamental. Nur mit einer exzellenten Förderung des Nachwuchses kann die Forschung auch in Zukunft florieren. Jedoch wird bei Berufungsverfahren zuvorderst die Forschungsleistung betrachtet. Lange Publikationslisten in den einschlägigen Medien sind wichtigstes Einstellungskriterium.
Demgegenüber fordert die Studierendenvertretung, die Lehrleistung im Berufungsverfahren stärker zu berücksichtigen. Dazu müssen Kriterien entwickelt werden, die eine Bewertung der Lehre erlauben. Zusätzlich zum Forschungsvortrag ist eine Lehrprobe hilfreich. Wo Mängel bestehen, werden mit dem Bewerber Fortbildungen vereinbart. Gute Lehrevaluationen und/oder eine positive Bewertung der bisherigen Fachschaft sind ebenso wichtig wie die Forschungsleistungen.
Du interessierst dich für das Thema Qualitätsentwicklung? Dann wende dich an das Referat für Studium.
Diese Positionen wurden im Konvent der Fachschaften vom 23.11.2011 beschlossen. Das Protokoll enthält die Abstimmungsergebnisse.