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Gute Lehre

Ideal des selbstbestimmten Lernens

Die  Studierendenvertretung bekennt sich zum Ideal des selbstbestimmten Lernens. Lernen ist ein individuell höchst unterschiedlicher Prozess. Dem muss in der universitären Lehre Rechnung getragen werden. Mit einer einzigen oder nur wenigen Lehrformen können nicht alle Lerntypen angesprochen werden.

Aufgabe der Dozierenden ist es, die Studierenden während ihres Lernprozesses zu begleiten. Sie stehen als AnsprechpartnerInnen bei Fragen und Problemen zur Verfügung. Zudem geben sie dem Studierenden regelmäßig Rückmeldung zu seinem Kenntnisstand und seinen Fähigkeiten in Bezug auf die Ziele des  Studiengangs. Sie zeigen ihm Möglichkeiten für die Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten auf.

Student-Centred Learning

Das Konzept des Student-Centred Learning wird seit der Bologna-Reform verstärkt betrachtet. Dabei wird Wert gelegt auf

  •  Aktives Denken anstelle von passivem Lernen
  • Verstehen anstelle von auswendig Lernen
  • selbstständiges Lernen
  • gegenseitiger Respekt und Interdependenz von Dozierenden und Studierenden
  • Reflexion von Lernen und Lehre

Weitere Informationen sind im Student-Centered Learning Toolkit der european students' union verfügbar.

Dieser "Shift from Teaching to Learning" ist aus unserer Sicht nicht vollzogen worden. Noch immer sind Studiengänge zu wenig aus dem Blickwinkel der Studierenden geplant. In vielen Lehrveranstaltungen wird nur gelehrt anstatt gelernt.

Die folgenden Punkte geben Beispiele, wo wir mehr Studierendenzentrierung fordern.


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Neue Lernformen

Jeder Studierende soll die Möglichkeit haben, seinem eigenen Lerntyp entsprechend zu lernen. Dafür sind unterschiedliche Wege der Wissensvermittlung notwendig. Zum Beispiel werden Vorlesungsskripten den Studierenden in elektronischer Form zur Verfügung gestellt, es gibt kommentierte Literatur- und Linklisten zum Selbststudium, passende Übungsaufgaben, Gesprächsrunden zur Vor- und Nacharbeit. E-Learning-Angebote wie die Unterrichtsmitschau werden auf weitere Veranstaltungen ausgedehnt. Standardliteratur wird digital und online zugänglich gemacht.

Zahlreiche innovative Lernkonzepte bestehen, die aber an der LMU bisher zu wenig genutzt werden. Durch problembasiertes, fallbezogenes, projektorientiertes und forschendes Lernen lassen sich der Shift from Teaching to Learning umsetzen und gleichzeitig Studierende individuell fördern.

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Prüfungen

Wir stellen uns gegen zu hohen Prüfungsdruck, bei dem stur aus Notendruck auf uninteressante Klausuren gebüffelt wird und dabei das Interesse am Fach verloren geht. Stattdessen sollen Leistungsnachweise den Lernprozess dokumentieren und durch individuelle Rückmeldung dem Studierenden aufzeigen, ob Inhalte verstanden und Fähigkeiten vermittelt wurden.

Der Prüfungszeitraum ist zu entzerren, so dass Prüfungen nicht auf wenige Wochen zum Ende des Semesters fallen. Prüfungswiederholungen und die Möglichkeit zu Notenverbesserungen sind wünschenswert, ja sogar gesetzlich vorgeschrieben (BayHSchG Art 61 Abs 3 und 7). Best-of-Regelungen, bei denen schlechte Prüfungsergebnisse nicht in die Abschlussnote eingehen, berücksichtigen, dass Studierende nicht jede Vorlesung gleichermaßen interessant finden und daher Schwerpunkte setzen.

Durch kompetenzorientierte Prüfungsformen sollen nicht mehr unbrauchbares Passivwissen (gelernt und nach der Prüfung wieder vergessen), sondern stattdessen Verständnis und Anwendung der erlernten Fähigkeiten abgefragt werden. Dafür sind auch neue Prüfungsformen einzuführen, wie etwa Studientagebücher oder Forumsbeiträge im Internet. Neue Prüfungsformen entzerren ebenfalls die stressige Klausurenphase am Semesterende.

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Bessere Betreuungsrelationen

Die strukturelle Unterfinanzierung der Hochschulen führt zu Betreuungsrelationen, die eine sinnvolle Lehre unmöglich machen. Eine Aufstockung der Stellen ist unbedingt notwendig.

Da das Hauptziel eine Verbesserung der Betreuungsrelation ist, bevorzugen wir bei begrenzten finanziellen Mitteln eine Aufstockung der Juniorprofessuren und Mittelbaustellen. Eine weitere kostengünstige Möglichkeit stellen in vielen Fällen studentische TutorInnen dar.

Gerade am Beginn des Studiums muss Studieren erst gelernt werden. Die bestehenden Angebote zum Studienbeginn sollen daher gebündelt und ausgebaut werden. Erstsemester werden in Kleingruppen <15 von Studierenden höherer Semester betreut. Eine möglichst enge Betreuung, die bereits eine Woche vor Vorlesungsbeginn startet und sich über das gesamte erste Semester erstreckt, schafft gleich zu Studienbeginn einen engen Bezug zur Universität. Die studentischen BeraterInnen werden entsprechend geschult.


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Tutorensystem

Zur Verbesserung der Betreuungsrelationen sollen auch studentische TutorInnen eingestellt werden. So können Studierende höherer Semester begleitend zu großen Veranstaltungen Tutorien für kleine Gruppen von Studierenden (<20) anbieten.

Um ein Tutorium erfolgreich zu leiten, sind grundlegende Kenntnisse in Didaktik (Strukturierung einer Lehrveranstaltung, Lernpsychologie und -methoden, Aktivierung), Präsentation (Sprache, Körpersprache, Medienkompetenz) sowie Moderation und Beratung (Fragetechniken, Zuhören, Feedback geben, Motivation) nötig. In Tutorenschulungen werden entsprechende Fähigkeiten vermittelt. Weiterhin gibt es regelmäßige Supervisionsrunden mit anderen TutorInnen, die von einer didaktisch und psychologisch kompetenten Person begleitet werden.

Die Tutorien sollen evaluiert werden, damit TutorInnen Rückmeldung zu ihrer Lehrleistung erhalten und im nächsten Semester gezielt gute TutorInnen wieder angesprochen werden können.

Als wünschenswerter Nebeneffekt können Studierende so nah an ihrem Fachstudium etwas Geld verdienen und erwerben selbst wichtige Kompetenzen.


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Hochschuldidaktik

Von Dozierenden wünschen wir uns, dass sie auch auf individuelle Fragen Antworten und zur Weiterentwicklung der Fähigkeiten Ratschläge geben. Wenn Dozierende nicht nur fachlich sondern auch didaktisch kompetent sind, fällt Studierenden erfolgreiches Lernen leichter. Für Dozierende auf allen Ebenen, studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte, den universitären Mittelbau sowie ProfessorInnen, sollen Kurse zur Verbesserung der Lehre angeboten werden. Bestehende Angebote müssen ausgebaut und ggf. gebündelt werden. Didaktikschulungen werden zudem verstärkt bei Lehrenden beworben.

Wir brauchen geeignete Fortbildungsangebote, damit es Dozierenden gelingt, die Erkenntnisse aktueller Lernforschung zu berücksichtigen und in ihren Lehrveranstaltungen anzuwenden. Studierende werden so bei ihrem persönlichen Lernprozess besser unterstützt.

Die Dozierenden sollen zudem gezielt verschiedene Lerntechniken vermitteln, derer sich die Studierenden bedienen können.

Einrichtungen zur Hochschuldidaktik


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Gesprächsrunden

Für erfolgreiches Lernen ist ein regelmäßiger Austausch über angestrebte Lernziele und eingesetzte Methoden in den einzelnen Modulen hilfreich. So können Probleme erkannt und entschärft werden. Ebenso lassen sich Unstimmigkeiten im Studiengang leichter ausbessern, wenn Studierende in regelmäßigen Gesprächsrunden aufgefordert sind, Mängel zu benennen.

Wir setzen uns daher für Gesprächsrunden auf allen Ebenen der Universität zum Thema gutes Studium ein. So herrscht ein Klima der selbstverständlichen und kontinuierlichen Weiterentwicklung der Studienangebote. Unsere Positionen zur Qualitätsentwicklung führen diesen Gedanken weiter aus.


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Was schreiben andere?

  • Positionspapier der Jungen Akademie zur Zukunft der Lehre
  • Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium

 

Du interessierst dich für das Thema Gute Lehre? Dann wende dich an das Referat für Studium.

TERMINE
21.05.2012 18:00 Uhr
Referat für Studium
23.05.2012 18:00 Uhr
Konvent der Fachschaften
30.05.2012 19:00 Uhr
Arbeitssitzung
04.06.2012 18:00 Uhr
Referat für Studium
06.06.2012 18:00 Uhr
Konvent der Fachschaften
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